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Greek And Swiss Animal Help (GASAH) | 7013 Domat/Ems |
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Häufig gestellte Fragen

 

Frage: Gibt es nicht genug Hunde in der Schweiz, die plaziert werden müssen, ohne dass welche vom Ausland hierher gebracht werden?

 

Antwort: Nein, eigentlich nicht. Es gibt in den Tierheimen in der Schweiz, wie auch in vielen anderen europäischen Ländern, nicht genug von der Sorte Hund, die die Leute suchen. Wir bekommen viele Anfragen nach kleinen Hunden wie z.B. Pudelar­tenwelpen und auch grössere Hunde die lieb mit Kindern sind. Es ist nicht immer einfach einen solchen Hund in einem Tierheim zu finden. Nach Monaten erfolglosen Suchens wen­den sich die potenziellen Besitzer schliess­lich an einen Züchter. Auf den Strassen von Kos hingegen ster­ben Hunderte dieser ge­suchten Hun­de. GASAH sagt dazu: "Wieso züchten oder kaufen, solange heimatlose Hunde und Katzen sterben?"

 

Frage: Aber wenn ich einen griechischen Streuner adoptiere, werde ich doch sicher­­lich Probleme mit ihm haben, weil er auf der Strasse gelebt hat und nicht erzogen ist?

 

Antwort: Unsere Erfahrungen beweisen das Gegenteil. Streuner sind meist gut sozialisiert und angepasst. Touristen füttern sie, daher haben sie oft Kontakt mit Men­schen und anderen Strassenhun­den. Weil sie frei herumlaufen können, sind sie ausser­dem auch nicht neuro­tisch, da sie genug Auslauf haben. Ausserdem sind sie normalerweise vom ersten Tag an stuben­rein, da sie es ge­wohnt sind, ihr Geschäft auf natürli­chem Boden zu verrichten. Manchmal sind sie anfangs etwas scheu, doch sie sind intelli­gent und lernen rasch. Stu­dien belegen, dass Streuner ein grösseres Gehirn haben als Rassenhunde. Der Grund liegt darin, dass sie mehr mentale Stimulation erhalten und Wege zum Über­leben finden müssen. Dazu kommt ihr starkes Immun­system, da sie nicht überzüchtet sind. Häufig, wenn GASAH sie rettet, sind die Tiere in einem schlechten Zustand: ma­ger, voller Flöhe usw. Doch wir kümmern uns um sie, damit sie sich rasch erholen und bei guter Gesundheit sind, wenn sie plaziert werden.

 

Frage: Wenn das Leben auf der Strasse den Hunden so gut tut, wieso lässt man sie nicht dort, wo sie sind?

 

Antwort: Das Leben ist nur in der kurzen Frist ok. Die durchschnittliche Lebenserwar­tung eines griechischen Hundes liegt bei etwa drei Jahren: Die meisten Hunde sterben bevor sie das erste Lebensjahr vollen­det haben.

 

Frage: Wie kommt das?

 

Antwort: Weil sie von Autos überfahren werden, im Winter verhungern oder vergiftet werden. Wir haben ein kleines Stück Grie­chen­land zu Hause, wir haben vier Hunde: Gucci, welche mit 7 Monaten überfahren wurde und der wir deshalb ein Bein amputieren mussten, Tria, die sich ebenfalls auf drei Bei­nen fortbe­wegt, da eine Vorderpfote in einer illegalen Falle gefangen wurde, Farouk, der auf den Strassen von Kos-Stadt gefunden wurde. Er sah damals aus wie ein lebendes Skelett. Alfie, vom Tierheim in Chur, ist der einzige, der sein ganzes Leben lang "intakt" geblieben ist.

 

 

Frage: Was ist mit Krankheiten, die auf unsere Hunde übertragen werden können?

Antwort: Wir testen das Blut von jedem Hund, den wir von Kos holen, obwohl dies nicht gesetzlich verlangt wird. Es ist ein teurer Prozess, aber bedeutet eine Verrin­ge­rung des Krankheitsrisikos auf praktisch null. Wenn ein Hund nicht frei von Leishma­ni­ose ist, würden wir ihn dort lassen und behandeln. Seit ich jedoch im Tierschutz arbeite, wurde von den vielen plazierten, getesteten Tieren kein einziges positiv getestet. Auf Kos ist Leishmaniose nicht sehr verbrei­tet, doch weiss ich aus Erfahrung, dass es in anderen Teilen Griechenlands ein Problem ist. Dennoch wurde dramatisiert und falsche Informationen über Leishma­niose und Ehrlichia canis verbreitet. Kein Hund verlässt Kos mit GASAH, ohne dass er geimpft, entwurmt und von Zecken be­freit ist, wie dies vom EU-Recht ver­langt wird. Ausserdem muss jeder Hund unsere strengen Verhal­tenstests bestehen, bevor er Kos verlässt und wird in den meisten Fällen auch sterilisiert.

 

Frage: Sollte GASAH das Problem nicht an der Wurzel lösen, indem die Hunde sterili­siert werden, und nicht plaziert?

 

Antwort: Natürlich! Wir führen das ganze Jahr über Sterilisationen durch, sowie zu­sätzlich jedes Jahr einmal ein intensi­ves Sterilisationsprogramm. Doch wir brauchen mehr finanzielle Mittel. Dann könnten wir tausende Hunde sterilisieren, nicht bloss etwa 20 jeden Herbst und etwa 2 oder 3 pro Monat. Es gibt so viele unsterilisierte Hunde. GASAH könnte problemlos über 50 pro Monat sterilisieren und diese Hunde auch finden. Ich glaube stark daran mit den einheimischen grie­chischen Leuten zusammenzuar­bei­ten, und dies werden wir mit unserem Stamm­tier­arzt tun, um den Bürger­meister von Kos zur Finanzierung zu einem Teil unseres Sterilisationsprogramms zu überreden. Bisher haben wir diese Arbeit pri­vat und mit GASAH-Spen­den finanziert.

 

Frage: Wie sieht es mit Unterricht aus?

 

Antwort: Im Oktober 2006 reisten mein Mann und ich als GASAH-Vertreter nach Kos, um das Herbst-Sterilisations­pro­gramm zu leiten. Wäh­rend unseres Aufent­haltes hielten wir einen Informationsabend für einheimische Tierärzte, Griechen, Touristen und Einwanderer. Unser Ziel war zu informie­ren, unterrichten und Mit­glieder anzuwerben. Im Ergebnis erhielten wir grosse Unterstüt­zung. Wir trafen einige sehr interessante Leute und starten nun ein Pilot­projekt in einer Schule in Kos-Stadt zum Tierschutz-Unter­richt. Sollte sich dies als erfolgreich erweisen, werden wir uns mit dem Bildungsbeamten von Kos zusammen­schlies­sen und unser Projekt anderen Lehrkräften in Schulen auf Kos zeigen. Wir müssen von unten nach oben unterrichten, beginnend mit den Kin­dern.

Im Frühling 2006 wurde Bernie als Wel­pe von Kindern in Kardamena, im Norden von Kos, angezündet. Solche Vorfälle müssen verhin­dert werden. Bernie hat dieses schreckliche Erlebnis zwar überlebt, GASAH hat ihn ge­rettet, behan­delt und plaziert. Jedoch sind solche brutale Taten oft das Ergebnis von Ignoranz. Tiere sind fühlende Lebewesen. Dies müssen wir der Bevölkerung beibringen.

 

Frage: Ist euch nie danach, aufzugeben? Ihr seht regelmässig viel Leiden, so viele Tiere werden trächtig. Ist es nicht ein unaufhalt­barer Kreislauf?

 

Antwort: Ich würde lügen, würde ich be­haup­ten, nie von dem, was ich sehe, ent­täuscht zu sein. Doch ich habe gelernt, weniger leistungs­orientiert zu denken. Mit jedem Weibchen, das wir sterilisieren, retten wir das Leben vieler weiterer ungewollten Welpen (dazu das Gedicht "Der Seestern", der unsere Philosophie zusam­men­fasst). Ich habe ausserdem gelernt, weder zu urteilen noch zu hassen. Keine Nation ist perfekt. Wie oft kaufen wir z.B. Kosmetika, ohne vorher zu fragen, ob sie an Tieren getestet wurde?

 

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Worte sagen:

Sucht oder kauft ein Tier nicht zur eigenen Unterhaltung, wegen seines Aussehens usw. Wählt einen Hund einfach aus dem Grund, dass er ohne eure Hilfe keine Zu­kunft hat. Wählt weise, mit Hilfe von Ex­per­ten, aber wählt, weil das Tier euch braucht, nicht umgekehrt. Das ist wahre Tierliebe, ohne Eigennutzen.

Zweitens, wenn ihr den armen Kreaturen wirklich helfen wollt, könnt ihr das.

Durch Spendensammeln und Dona­tionen kön­nen wir viele weitere Hunde sterilisieren und ihnen helfen. Wir können nicht alle Tiere retten, doch wir können viele davon steri­lisieren und dann wieder auf die Strasse setzen und Rat erteilen, womit weiteres Leiden verhindert wird. Dafür brauchen wir dringend viel mehr Geld. Wenn der Bürgermeister näch­stes Jahr tatsächlich ein paar Tau­send Euro für das Sterilisationsprogramm zur Verfügung stellen sollte, sowie mit den Einnahmen aus GASAH-Spenden, könnten wir der Überpopu­lation der Hunde einen Riegel schieben und dann würden wir wirklich Fortschritte sehen, denn die Insel Kos ist nicht so gross. Wir können es schaffen und wir werden nicht aufgeben. Der Kampf hat wahrhaftig begonnen. Zusammen mit einheimischen Tierärzten werden wir ihn gewinnen, auch wenn es grosse Geduld und Entschlossen­heit verlangt. Ich kann all unseren GASAH-Unter­stützern nicht genug danken.

 

Ohne euch sind wir hilflos und die Tiere hätten keine Hoffnung. Ich hoffe, auch im 2009 auf euch zählen zu können.

 

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