Information über neueste Tierschutzaktivitäten in der Schweiz
Der grösste Teil der wirklichen Notfälle haben natürlich auf Kos stattgefunden. Wir waren aber auch hier in der Schweiz sehr aktiv. Ich fasse mich kurz: Wir haben erfolgreich ein herrenloses, dehydriertes Katzenbaby plaziert und sterilisiert, welches auf der Maiensäss-Strasse in Domat/Ems ausgesetzt wurde. Wir haben zahlreiche Anrufe von Personen erhalten, die um Rat bezüglich Verhaltensprobleme von Schweizer Hunden sowie um Tipps für deren Training und Erziehung baten. Durch Weitergabe unseres Wissens haben wir hoffentlich verhindert, dass einige Hunde in Tierheimen gelandet sind, weil die Besitzer nicht mehr mit ihnen zurechtgekommen sind. Häufig waren die Probleme nicht so gross, und ein kleiner Ratschlag zur richtigen Zeit konnte den Besitzer davon abhalten, den Hund wegzugeben.
Einige Anrufe erhielten wir spät nachts, doch wir haben auch diese stets entgegengenommen, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. Wo ein Hund regelmässige Therapie oder Training benötigte, haben wir den Besitzer Experten oder Hundeschulen empfohlen.
Ausserdem konnten wir indirekt Schweizer Hunde in Tierheimen plazieren, da sich Leute mit uns in Verbindung gesetzt haben, weil sie einen Hund von uns wollten, als wir gerade keine zu vergeben hatten. Also haben wir diese Anfragen weitergeleitet. Dadurch haben wir Leute ermutigt, ein Tierheim zu besuchen, bevor sie zum Züchter gehen.
--> Weshalb kaufen, wenn herrenlose Hunde Hilfe brauchen?
Zunehmend erhalten wir auch Anrufe von Leuten, die lediglich einen Hund in Not adoptieren wollen. Dies finden wir sehr anregend, und wir können in jedem Fall Unterstützung bieten. In einem oder zwei Fällen erhielten wir Anfragen von Personen, die bewusst einem behinderten Hund helfen wollten.
Des Weiteren waren wir sehr beschäftigt, Leuten zu helfen. Wir hatten viele Anrufe von Touristen, entweder während ihrem Urlaub auf Kos oder während ihrer Rückkehr, die um Hilfe baten, weil sie Zeugen von Tierquälerei geworden waren oder weil sie verhungernde oder verletzte Tiere gefunden hatten.
Vielleicht war der glücklichste und zugleich aussergewöhnlichste Fall derjenige von Kosimo, einer streunenden Argentinischen Dogge, die im September 2006 vom Schweizer Urlauber Andreas Huck in einem skeletthaften Zustand gefunden wurde. Bei seiner Rückkehr in die Schweiz kontaktierte er GASAH, welche versprach, den Hund zu sterilisieren und auf die Strasse zurückzusetzen. Ich wollte einen solch grossen Hund, der dann vielleicht sein Leben in einem Tierheim verbringen müsste, nicht importieren. Tierheime sollen eine vorübergehende Unterkunft für Tiere in Not und nicht dauerndes Asyl bieten.
Kosimo war wirklich riesig und deshalb einer der schwierigsten Hunde zu plazieren. Ich versprach, alles in die Wege zu leiten, da sie so sanft und lieb war.
Jeanne Isaac und ich suchten diesen Hund Tag und Nacht. Sogar um Mitternacht konnte man mich beobachten, wie ich vor dem Hotel wartete, wo Andreas die Dogge gesichtet hatte, und mit den Hotelbesitzern rätselte, wo sie sein könnte. Doch nach Wochen war Kosimo immer noch nicht gefunden. Eines Tages erhielt ich dann unglaublicherweise einen Anruf von GASAH-Helfer Jim Skelley, der mir berichtete, dass er einen Hund am Flughafen gefunden habe. Dieser habe sich in grosser Gefahr befunden, weshalb er ihn zu sich nach Hause genommen habe, zumindest für ein paar Tage, um ihn zu untersuchen. Ich war zu dieser Zeit auf Kos und besuchte Jim, um mit ihm zu plaudern, als ich in seinem Garten Kosimo sah! Ich konnte es kaum fassen, denn wir befanden uns 20 Kilometer weit von dem Ort, wo sie zuletzt gesehen wurde. Ich war überglücklich!
Die nächsten Wochen wurden an Kosimo Verhaltenstests durchgeführt, und wir starteten das Immunisationsprogramm, da wir in der Zwischenzeit Andreas dazu auffordern konnten, für den Hund ein Zuhause zu finden. Er war dabei erfolgreich. Ich wollte den Hund nur retten, wenn er all die Verhaltenstests bestand, frei von irgendwelchen Krankheiten sowie sterilisiert war und ein gutes Zuhause hatte, wo er hingebracht werden konnte. Alles ging gut, und zu unserem Erstaunen fanden wir rein zufällig sogar einen Flugpaten. Unglaublich - was für ein Glückspilz dieser Hund doch war! Leider konnten wir Kosimo nicht sterilisieren, da sie vor dem Flug stark läufig war. Dies wird jedoch bald nachgeholt.
Kosimo führt nun ein glückliches Leben in ihrer eigenen "Oase", dank Andreas' Einsatz und der Hingabe von GASAH, ihr zu helfen. Was mich am meisten inspiriert hat, war ihre sanfte Art, wie wir dies bei allen griechischen Hunden beobachten. Wieder einmal ein riesiger Grieche, der denkt er sei ein Pudel! Somit ein wahrhaftig liebenswürdiger und völlig vertrauenswürdiger Riese, der durch eine unglaubliche Verbindung von Zufällen gerettet wurde. In einem solchen Zustand, wie Andreas sie vorgefunden hatte, hätte sie den Winter ohne Hilfe nie überlebt, geschweige denn die zu erwartende Trächtigkeit.
Erneut wurde ein Leben gerettet. Unglaubliche Teamarbeit von allen Seiten in der Schweiz und auf Kos.